Willkommen
Über uns
Der Wilde Westen
Rezepte
Berichte
Presseberichte
Galerie
Videos
Kiddies Seiten
Freunde
Gästebuch
Termine
Links
Kontakt
Der Wilde Westen


Quellen:

www.wilder-westen-web.de
 
www.wikipedia.de

[zurück]


Die Siedler

Nachdem die Trapper und Mountain Men die Wege in den Westen geebnet hatten, waren es die Siedler aus dem Osten, die mit ihren großen Trecks zu dem gelobte Land aufbrachten.
Es gab die unterschiedlichsten Gründe, die die Menschen dazu veranlassten, immer weiter in den Westen zu ziehen. So war es in erster Linie die Freiheit, von der man hoffte, sie im gelobten Land zu erlangen. Gesetze und Verpflichtungen, wie es sie im Osten gab, waren bis zum Westen noch nicht in dem Ausmaß vorgedrungen. Es war die Hoffnung auf ein besseres Leben, die immer wieder von neuem geschürt wurde. Je weiter man in den Westen vordrang, desto immer mehr Täler tauchten auf, und hinter jedem neuem Tal hoffte man auf noch bessere Lebensbedingungen.
Natürlich war auch der Erwerb von Landbesitz ein weiterer Grund für die Westwanderung. Jedermann hatte das Recht auf 65 Hektar Land, das er sich selber abstecken konnte. Voraussetzung war allerdings, dass er es dann fünf Jahre lang kultivierte. Das schrieb das so genannte Heimstättengesetz vor (Homesteads Act). Weitere Gründe waren Abenteuerlust und religiöse Intoleranz, die in Europa ihren Ursprung hatte. Aus Europa stammten auch die meisten Siedler, die aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen ihr Heimatland verlassen hatten.
Auf den Weg in den Westen mussten die Siedler zahlreiche Strapazen überstehen. Dabei waren die Indianer das geringste Übel. Überfälle, wie man sie aus den Hollywood-Filmen kennt, gab es Anfangs kaum. Viel schlimmer waren die vielen Krankheiten wie z. B. Typhus und Cholera. Unfälle mit den schweren Planwagen, aber auch Unfälle durch Waffen, sorgten ebenfalls für eine große Dezimierung der Pioniere. So sollen beispielsweise auf dem Oregon-Trail ca. 30000 Menschen ihr Leben gelassen haben.
Nachdem die Siedler den langen Marsch nach Westen überstanden hatten, war das Leben in der neuen Heimat doch nicht so einfach, wie es sich die meisten erhofft hatten. Täglich mussten die Menschen um ihr Überleben kämpfen. In der Anfangszeit hausten die Siedler noch in ihren Planwagen. Für den Winter mussten sie aber eine widerstandsfähigere Behausung finden. Die primitivsten Unterkünfte waren nicht besser als Erdlöcher, und wurden "Dugout" genannt. Später wurden die Häuser in Hügeln eingelassen. Als Baumaterial wurden ausgestochene Grasstücke verwendet, die im Sommer immer befeuchtet werden mussten, damit sie nicht zerbröselten. Im Winter hingegen, war das Innerer des Hauses feucht und nass.
Ein weiteres Problem war der ständige Wassermangel. Die erste Aufgabe eines jeden Siedlers bestand darin, einen Brunnen zu bohren, nachdem er sein Land abgesteckt hatte. Wasser war für die Bewirtschaftung des Landes natürlich von großer Wichtigkeit. Zunächst mussten aber Gerätschaften und Saatgut angeschafft werden. Das Geld hierfür mussten die Siedler für hohe Zinsen ausleihen. Und wenn nach all diesen Schwierigkeiten die Hoffnung auf eine Ernte in unmittelbarer Nähe stand, konnte diese wieder durch Naturkatastrophen wie z. B. Trockenheit oder Überschwemmungen vernichtet werden. Schließlich wurde oft die fruchtbare Oberflächenerde durch Staubstürme abgetragen, so dass vom tiefgepflügten Boden nur unfruchtbares Land übrig blieb.

 
Der Oregon Trail
 
Seit etwa 1835 hörten die Siedler im Osten Geschichten über ein im Westen liegendes Land, das fruchtbar und frei war, ein Land in dem die Ernte ein Vermögen bringen soll, in dem "Milch und Honig fließen" und in dem "die gebratenen Schweine mit Messer und Gabel im Rücken herumlaufen". Es war das Land der Verheißung. Dieses Land hieß Oregon. Gewiss, die Beschreibungen waren sehr übertrieben, aber so oder ähnlich klang die Werbekampagne, die die Siedler dazu bewegen sollte in den Westen zu ziehen. Denn Anfangs musste es gute Gründe geben, damit die Menschen im Osten ihre Heimat aufgaben, um in ein unbekanntes Land zu reisen. Außerdem gab es zu dieser Zeit noch Skeptiker, die bezweifelten, dass es eine Passage zur pazifischen Seite des Kontinents überhaupt gab. Zwar hatten schon lange vor 1835 Pelzjäger und Händler die verschiedenen Trails nach dem Westen geebnet, aber für Siedlerfamilien mit ihren schweren Planwagen galt die Route durch das unwegsame Land, mit den vielen Gefahren als unüberwindbar. Hinzu kam noch, das in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts die Engländer Anspruch auf Oregon und die Spanier auf Kalifornien erhoben.
Während der Wirtschaftskrise im Jahre 1837 versprachen sich aber die führenden Politiker durch eine Westwanderung einen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch die hohen Einwandererzahlen im Osten entstanden erhebliche wirtschaftliche und soziale Probleme, und man hoffte durch die Abwanderung der dort ansässigen Siedler, diese Probleme zu mindern. Außerdem sollte Oregon (und auch Kalifornien) an die Vereinigten Staaten angegliedert werden. Hierzu musste die Bevölkerungszahl der Amerikaner die der Briten in Oregon (und der Mexikaner in Kalifornien) übertreffen. Aus diesem Grunde wurde die schon oben erwähnte Werbekampagne gestartet, die aber in vielen Dingen übertrieben oder sogar falsch war.
Dennoch verließen viele Farmer ihre Heimat, und machten sich auf in den Westen. Der erste Treck ging im Jahre 1841 zunächst nach Kalifornien. Der zweite Treck setzte sich 1842 nach Oregon in Bewegung. Aber erst im Jahre 1843 gab es die erste große Massenwanderung nach Oregon. Im Mai dieses Jahres verließen 254 Männer, 136 Frauen und 610 Kinder mit ihren 120 Planwagen Independence, Missouri. Geführt wurden sie von dem Missionar Marcus Withman. Dieser hatte sich schon im Jahre 1835 zusammen mit seinem Kollegen Henry Spalding und den beiden Frauen auf den Weg gemacht, um den Indianern im gelobten Land das Evangelium zu predigen.
1844 brachen weitere vier Oregon-Trecks auf, die jetzt von erfahrenen Pelzjägern und Mountain-Men geführt wurden. Den Weg, den man dabei benutzte nannte man Oregon-Trail. Bis 1848 hatten sich ca. 19000 Menschen bereit erklärt nach Westen zu ziehen, wobei ca. 11500 nach Oregon und der Rest nach Kalifornien ging. Als in Kalifornien das Goldfieber ausbrach, verstärkte sich der Zustrom der Siedler in dieses Land. 1849 zogen ca. 25000 Menschen dort hin.
Die Trecks mussten im Frühjahr ihre Heimat verlassen, um im Sommer die Berge zu erreichen. Das war wichtig, denn in den Bergen lag bereits im Frühherbst Schnee, und wer einen falschen Weg nahm oder zu spät aufbrach, dessen Ende war dann in den Bergen besiegelt.
So passiert es 1946 dem sogenannten Donner-Treck, der es zwar bis zu den Bergen schaffte, dort aber vom Winter überrascht wurde. Der Treck bestand aus 89 Auswanderern. Ohne Aussicht auf Rettung, wagten es schließlich 15 Männer und Frauen sich bis nach Kalifornien durchzuschlagen. Nachdem ihnen die Vorräte ausgingen, mussten sie vier Menschen, die während des Marsches in der Kälte umkamen, verspeisen um zu überleben. Schließlich erreichten nur sieben Überlebende nach 32 Tagen ein Indianerdorf. Von dem gesamten Treck überlebten nur 45 Menschen.
Aber auch die Trecks, die ihr Ziel erreicht hatten, mussten zuvor ungeheure Strapazen erdulden. Während die Männer den ganzen Tag neben den Wagen hergingen, um diese durch das unwegsame Gelände zu führen, saßen die Frauen auf dem Bock und hielten die Zügel. Bei unerträglicher Hitze musste der Treck mit seinen Planwagen Flüsse, Wüsten und Bergpässe überwinden. Mittags, wenn die Sonne am höchsten stand wurde gerastet, und Abends, kurz vor Sonnenuntergang, wurde das Lager für die Nacht aufgeschlagen.
Bis Anfang der fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurden für die Reise erfahrene Pelzjäger und Mounten-Men engagiert. Diese Männer hatten schon lange vor der Zeit der großen Trecks die Berge überquert und Oregon oder Kalifornien erreicht. Da der Pelzhandel aber nicht mehr viel einbrachte, mussten sie sich eine andere Aufgabe suchen, und die war die des Trail-Führers. Die Bezahlung der Führer war unterschiedlich. Entweder verlangen sie einen Pauschalbetrag von 80 bis 500 Dollar, oder die Höhe des Endgeldes hing von der Anzahl der Personen oder der Planwagen ab. So wurde beispielsweise 1 Dollar pro Person oder 2 bis 3 Dollar pro Planwagen berechnet.
Später gab es Landkarten, in denen die Route eingezeichnet war. Außerdem haben die Fuhrwerke der früheren Trecks so deutliche Spuren hinterlassen, dass diese noch heute zu erkennen sind. Aus diesem Grunde war ein Führer mit Landeskenntnissen nicht mehr nötig. Statt dessen wählte man einen Boss, den sogenannten Captain, der nur noch für die Disziplin und die Versorgung verantwortlich war.
Eine weitere Garantie, den Weg nicht mehr zu verfehlen, waren die Unmengen von Trecks, die den Oregon-Trail benutzten. Die große Anzahl der Wagenkolonnen brachte aber auch Probleme mit sich. Die Suche nach geeigneten Lagerplätzen wurde erschwert, und durch die begrenzten Weiden und Wasserstellen entstanden gewisse Rivalitäten zwischen den einzelnen Trecks. So kam es öfter vor, das regelrechte Rennen zwischen den Planwagen statt fanden, nur um den besten Platz fürs Lager zu sichern. Man darf sich auch nicht vorstellen, dass die Wagenkolonnen brav hintereinander fuhren, so wie es oft in Kinofilmen gezeigt wird. Durch die unerträgliche Staubwolke, die die Ochsen mit ihren Hufen erzeugten, wurden die einzelnen Kolonnen gezwungen nebeneinander zu fahren. Die Versorgung der vielen Trecks war durch die Errichtung der Forts gesichert. Schon in den Anfangsjahren diente Fort Laramie als Versorgungsposten, später kam Fort Kearny am North Platte und Fort Caspar nordwestlich von Fort Laramie hinzu. Zwischen diesen Forts errichteten Händler kleinere Versorgungsstationen, in denen Lebensmittel beschafft wurden und die Zugtiere ausgetauscht werden konnten.
Der erste, der auf diese Idee kam, war Jim Bridger. Bridger war ein Mountain-Man und Trapper, er dachte wie die Indianer und wusste alles über den Westen.  Obwohl er nicht schreiben und lesen konnten, errichtete er im Südwesten von Wyoming einen der bekanntesten Handelsposten: Fort Bridger. Auf den langen Weg nach Westen mussten die Pioniere viele Gefahren überstehen. Krankheit, wilde Tiere und die unerträgliche Witterung machte den Menschen zu schaffen. Ca. 30000 Menschen sollen die gefährliche Reise nicht überlebt haben. Besonders die Cholera brachte für viele Siedler den Tod. Die Indianer hingegen waren Anfangs kaum eine Gefahr. Entweder bekam man während der ganzen Reise keinen Indianer zu Gesicht, und wenn doch, dann entpuppten sie sich als freundlichen und neugierige Besucher. Allerdings bestanden die Indianer auf ihr Recht, Wegezoll zu verlangen, so wie sie es schon zuvor bei den Trappern und anderen Stämmen getan hatten.
Durch die Verweigerung dieser Abgaben, der Ausbeutung der Holz- und Wasservorräte und der Verringerung der Tierbestände im Jagdgebiet der Indianer, kam es dann schließlich doch zu größeren Konflikten mit ihnen. Gegner der Oregon-Besiedlung neigten allerdings zu Übertreiben, wenn es um die Feindseligkeit von Indianern ging.
So war in einigen Zeitungsberichten von "Massakern" an Siedler die Rede,  die nie stattgefunden haben. Dennoch verlangte man von der US-Regierung mehr Schutz für die Siedler, und die stationierte dann schließlich bis 1860 ca. 7000 Soldaten in 79 Forts westlich vom Mississippi. Bis 1869 zogen ca. 380000 Menschen über den Oregon-Trail nach Westen. Danach verlor er an Bedeutung und geriet in Vergessenheit. Eisenbahnlinien und Straßen ersetzten nun diese Route. Erst, als sich ein gewisser Ezra Meeker im Jahre 1906 dazu entschlossen hatte, diesen Weg noch einmal mit einem Planwagen zu benutzen, und dabei öffentliches Aufsehen erregte, erinnerte man sich wieder daran, und der Oregon-Trail wurde zu einem nationalen Denkmal.
 
Der Santa Fé Trail
 
Schon am Anfang des 19. Jahrhunderts gab es eine Stadt in New Mexiko, die zwar nur von ca. 3000 Menschen bewohnt wurde, die aber für fast 40000 Mexikaner der Mittelpunkt für den Erwerb von Waren war, die es in Mexiko nicht gab. Diese Stadt hieß Santa Fé. Die Mexikaner boten bei ihren Geschäften Gold, Silber und Pelze als Zahlungsmittel an. Aber schon bald interessierten sich auch Händler aus dem Osten für diesen Landstrich. So machten sich die ersten Pioniere auf, um sich den Weg nach Santa Fé zu bahnen, obwohl es für fremde Kaufleute Anfangs verboten war, das Gebiet zu betreten. Aus diesem Grunde kam es oft vor, das die Männer ins Gefängnis gesteckt wurden, wenn sie auf mexikanische Soldaten trafen.
Am 1. September 1821 wagte es der Händler William Becknall mit knapp 20 Männern, den langen Marsch nach Westen zu unternehmen. Von Missouri aus durchquerte er zunächst die Plains, ging dann am Arkansas-River vorbei und zog schließlich weiter zum Raton-Paß. Am Raton-Paß musste er zuerst sperrige Felsen beiseite räumen, um diesen zu passieren. Als sie dann fast ihr Ziel erreicht hatten, begegneten sie mexikanische Soldaten. Da Mexiko aber inzwischen seine Unabhängigkeit errungen hatte, wurden die Männer entgegen allen Befürchtungen nicht ins Gefängnis geworfen. Statt dessen wurden sie von den Soldaten freundlich empfangen. Becknall eilte nun schleunigst nach Santa Fé, um dort seine Waren an die Mexikaner zu verkaufen. Am 29. Januar 1822 kehrte er nach Franklin am Missouri zurück. Diesmal benutzte er aber eine kürzere Route längs des Cimarron-River entlang. Dadurch vermied er die Überquerung der schneebedeckten Rocky Mountains.
Bei diesem ersten erfolgreichen Versuch, Waren nach Santa Fé zu transportieren, wurden zunächst nur Packpferde verwendet. Aber schon zwei Wochen später - am 1. Dezember 1821 - erreichte die erste Wagenkarawane den Handelsort, weitere zwei Kolonnen folgten. Bei den Wagen handelte es sich um die berühmten "Murphy waggons". Es waren große schwerfällige Transporter, die eine Ladung von 3 Tonnen aufnehmen konnten. Die in St. Louis hergestellten Wagen waren mit weißem Segeltuch bespannt, und der Rumpf war mit blauer Farbe angestrichen. Gezogen wurden sie von zehn bis zwölf Maulesel, manchmal auch von 4 Ochsen, die sich aber nicht bewährten, da sie den Strapazen nicht so gut widerstehen konnten.
Der Weg über den steilen Pfad nach dem Raton-Paß erwies sich aber als zu beschwerlich, so das William Becknall am 22. Mai 1822 erneut loszog, um eine neue Route zu suchen. Mit drei schwerbeladene Wagen und 21 Mann überquerte er zunächst den Arkansas-River, dann ging er in südwestliche Richtung und durchquerte schließlich die Cimarron-Wüste.
Dieser Weg durch die Wüste war aber alles andere als einfach. Der Staub machte den Männern schwer zu schaffen. Ihr Wasservorrat neigte sich dem Ende zu. Erst als sie einen Büffel erlegen konnten, der zuvor im Chimarron-River getrunken hatte, wurden sie nach 20 strapaziösen Tagen gerettet, indem sie das Wasser aus dem Magen des Tiers tranken. Dennoch wurde diese Route von den zukünftigen Händler, die besser ausgerüstet waren, häufiger benutzt.
Auf den langen Weg nach Westen, bestand immer wieder die Gefahr, von Indianern angegriffen zu werden. Man versuchte sich davor zu schützen, indem man nun größere Trecks zusammenstellte. Am 25. Mai 1824 machte sich der erste große Treck, bestehend aus 25 Wagen und 81 Mann, auf dem Weg und erreichte ohne Zwischenfälle am 28. Juli 1824 das Ziel. Die nachfolgenden Trecks, und auch mexikanische Karawanen, die in entgegengesetzter Richtung zogen, kamen nicht so glimpflich davon. In vielen Fällen wurde der Treck in vier Kolonnen aufgeteilt, die jeweils von den "Lieutenants" befehligt wurden. Diese unterstanden dem "Captain", einen erfahrenen Kundschafter. Bei einem Indianerangriff bildeten die vier Kolonnen ein Viereck, in dessen Inneren die Männer Schutz suchen konnten. Diese Festung war so widerstandsfähig, dass die späteren Siedler bei derartigen Auseinandersetzungen diese Taktik übernahmen.
Um die Indianerangriffe einzudämmen, schickte die US-Regierung zunächst mehrere Beauftragte los, um mit den Ureinwohnern Friedensverträge abzuschließen. Da aber nicht jeder Stamm die Verträge akzeptierte, war diese Mission wenig erfolgreich. Später wurden die Karawanen bis zum Arkansas-River von Infanteristen begleitet. Aber auch hierdurch konnte das Problem nicht gelöst werden, da die US-Soldaten gegen die berittenen Indianer keine Chance hatten. Erst als von der US-Regierung die Kavallerie eingesetzt wurde, konnte man sich gegen die Indianer erfolgreich verteidigen. Die Gefahr durch die Indianer konnte nun zwar mehr oder weniger eingedämmt werden, durch politischen Unruhen in Mexiko, gab es aber später Probleme mit den Mexikanern.
Schon bald kam der Santa Fé Handel zum erliegen. Im Jahre 1843 gab es nur wenige Händler, die sich noch auf dem Weg machten. Der Trail war aber nun für die nachfolgenden Siedler geebnet, die später mit ihren ganzen Habseligkeiten in das gelobte Land zogen.

[zurück]


Recht und Gesetz

Recht und Gesetz waren im Wilden Westen dünn gesät. Die Gesetze stammten zum größten Teil aus dem Osten des Landes, und waren im Westen häufig nicht anwendbar. Überall dort, wo Gebiete neu besiedelt wurden und Rinder- bzw. Goldgräberstädte entstanden, stieg die Kriminalität im erhöhten Maße an. Es dauerte nie lange, bis zwielichtige Gestalten in diese Gebiete auftauchten, um sich durch kriminelle Machenschaften zu bereichern. Sei es durch Rinderdiebstahl oder durch Überfälle auf Goldtransporte. Durch die großen Entfernungen untereinander, insbesondere zum Osten des Landes, waren die Grenzgebiete beliebte Zufluchtsorte für Banden und Banditen.
In diesen Grenzgebieten gab es so gut wie keine Gefängnisse, worin man die Übeltäter hätte einsperren können. Ställe und ausgetrocknete Brunnen mussten oft dafür herhalten. Nach ordentliche Gerichte musste man ebenfalls lange suchen. So entstanden so genannte Wachsamkeits-Komitees (Vigilanten), die aus einfachen Bürgern bestanden, und die mit den Verbrechern kurzen Prozess machten. Oft wurden Todesurteile ausgesprochen und auch an Ort und Stelle vollstreckt. Erst im Laufe der Zeit bildeten sich die Gesetze heraus, die zum Westen des Landes passten.
Allerdings sei hier auch gesagt, dass die meisten Menschen im Wilden Westen gar nicht so schießwütig waren, wie man es aus den vielen Hollywood-Filmen kennt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung starb eines natürlichen Todes, im Bett oder durch Unfälle. Viele Siedler z. B. kannten sich mit Waffen gar nicht aus, so das sie fast alle nie einen Schuss auf einen Menschen abgegeben haben.
Natürlich gab es die berühmten Revolvermänner, Banden, Banditen und Outlaws. Aber das waren im direkten Vergleich zur Bevölkerung nur wenige. Dennoch prägten sie die Gesetzlosigkeit des Wilden Westen, eine Gesetzlosigkeit die nicht schlimmer, oder sogar weniger schlimm war, als die heute in der Welt.

 
Die Gefängnisse
 
Die Banditen und Verbrecher im Wilden Westen konnten noch so clever und dreist sein, irgendwann wurden sie alle erwischt. Einen einheitlichen Umgang mit den Gefangenen gab es jedoch zu dieser Zeit nicht.  Oft wurde ihnen ein kurzer Prozess gemacht, der mit einem Todesurteil endete. Dennoch gab es auch Fälle, bei denen sie zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurden, und hier begann dann das Problem. Denn Gefängnisse im Wilden Westen waren dünn gesät. Hühnerställe, Eisenkäfige und trockengelegte Brunnen waren Anfangs die ersten Behausungen, mit denen man sich begnügen musste. Diese waren dann in einem so erbärmlichen Zustand, dass die Gefangenen geradezu verführt wurden, daraus auszubrechen. In vielen kleinen Städten gab es aber auch Zellen in den Büros der Stadtmarshals oder County-Sheriffs. Diese Art der Unterkunft kennt man wohl aus den meisten Western im Film und Fernsehen. Im Hafen von San Francisco wurden 1849 die Gefangenen auf einem alten Segelschiff mit dem Namen "Euphemia" untergebracht.
Erst als im amerikanischen Südwesten durch den Bau der Eisenbahn und durch Gold- und Silberfunde die Kriminalität immer mehr zunahm, beschloss das Parlament von Arizona im Jahre 1868 den Bau eines zentralen Zuchthauses. Aber erst sieben Jahre später, als die Gewalt in Arizona immer unerträglicher wurde, bewilligte Washington die Gelder für den Bau dieses Zuchthaus. So entstand im Südwesten Arizonas eines der berüchtigtsten Gefängnisse: Yuma.
 
Der Marshal
 
Der Gesetzeshüter, der meistens innerhalb einer Stadt für Gesetz und Ordnung zu sorgen hatte, wurde Marshal genannt. Seine Befugnisse endeten an der Stadtgrenze. Der Marshal wurde von der Stadtverwaltung angestellt und bezahlt. Bei der Auswahl interessierte es niemanden, was für ein Vorleben die Bewerber hatten. Wichtig war nur, dass er mit Mut und Durchsetzungsvermögen für Ruhe in der Stadt sorgen konnte. So kam es öfter vor, dass auch berüchtigte Killer das Amt übernahmen. Neben der Aufklärung von Verbrechen, die innerhalb der Stadt begangen wurden, war der Marshal u. a. auch für das Eintreiben der Steuern zuständig. Zur Unterstützung war ihm häufig noch ein Hilfsmarshal unterstellt. Außerdem gab es Situationen, in der der Marshal vorübergehend weitere Hilfspolizisten vereidigen konnte.
 
 
Der Sheriff
 
Im Gegensatz zum Marshal war der Sheriff für einen Bezirk zuständig. Er wurde in einer öffentlichen Wahl von der Bevölkerung gestellt, wobei seine Amtszeit 2 bis 4 Jahre betrug. Der Beruf des Sheriffs war ein sehr begehrter Job. Zwar lebte man gefährlich, da man häufig in Schießereien verwickelt wurde, die Arbeit wurde aber sehr gut bezahlt. So war der Sheriff auch für das Eintreiben der Steuern und Geldstrafen zuständig. An der Summe war er dann mit 5 Prozent beteiligt. Außerdem erhielt er für jede Festnahme eine Prämie. Er vollstreckte Haftbefehle und Urteile und war nicht selten als Henker tätig. Bei seiner Arbeit wurde der Sheriff von mehreren so genannten Deputy Sheriffs unterstützt.
 
 
 
Die Texas Ranger
 
Schon in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde in Texas eine Truppe aufgestellt, die die Menschen vor Angriffen der Indianer und der Mexikaner schützen sollte. Hierbei handelten es sich um die so genannten Texas Ranger. Diese Truppe war allerdings zu dieser Zeit nur eine Milizeinheit. Erst später, im Jahre 1835, wurde aus der Milizeinheit eine Polizeitruppe, die aber der örtlichen Polizeibehörde unterstellt war. So durften die Texas Ranger nur auf deren Aufforderung tätig werden. Wer diese Regelung ignorierte, wurde oft selber in Haft genommen und verurteilt.
Die Texas Ranger waren militärisch organisiert. Der "Private" war der Ranger mit dem niedrigsten Rang. Dann kam der "Sergeant". Dieser hatte eine Gruppe von sieben Männer unter sich. Ein "Leutnant" hatte die Befehlsgewalt über drei Gruppen. Der "Captain" führte ein Bataillon, das aus zwei bis drei Obergruppen bestand und schließlich gab es den "Chief Captain", der den Oberbefehl über alle Bataillone hatte. Der "Chief Captain" unterstand nur noch dem "Adjudat General" des Staates Texas. Trotz dieser militärischen Organisation besaßen die Texas-Ranger keine Uniform. Es gab keinen Drill, und marschiert wurde auch nicht. Die Männer übten ihr Amt in Zivilkleidung aus. Sie genossen keine besondere Ausbildung und ihre Ausrüstung wurde nicht vom Staat gestellt, statt dessen mussten sie diese selber mitbringen.
Eine Hauptaufgabe der Texas-Ranger lag darin, das "Indianerproblem" zu lösen. Hierbei gingen sie mit äußert brutaler Gewalt vor. Jeder Indianer, der bei ihrer Jagd gefunden wurde, wurde getötet, egal, ob er einem kriegerischen Stamm angehörte oder nicht. Im Jahre 1859 wurde der größte Teil der restlichen texanischen Indianerstämme von den Texas-Ranger über den Red River nach Norden getrieben.
Eine weitere Aufgabe bestand darin, das mexikanische Banditenunwesen einzudämmen. Auch hier gingen die Texas-Ranger nicht gerade zimperlich vor. So kam es vor, dass ganze mexikanische Dörfer belagert wurden und alles getötet wurde, was sich bewegte, um schließlich gestohlene Vieh- und Pferdeherden nach Texas zurückzuführen.
Am 18. November 1875 überschritt beispielsweise eine Ranger-Truppe unter der Führung von Captain L. H. McNelly die mexikanische Grenze und führte einen regelrechten Krieg gegen die mexikanischen Truppen bzw. Banditen, um ca. 400 gestohlene Rinder zurückzubringen. Im Jahre 1876 waren es die Texas-Ranger Major S. P. Heintzelman und Major John S. Ford, die mit 218 Männern in Mexiko eindrangen und die Bande vom Revolutionsgeneral und Banditen Juan N. Cortinas in einer Schlacht vernichtete.
Mehrere Male drohte dieser Eliteeinheit die Auflösung. So gab es zwischen 1865 und 1874 eine neunjährige Pause. Erst danach wurden zwei neue Truppen mit Texas-Rangern aufgestellt: Das "Frontier Batallion" unter der Leitung von Captain John Jones und die "Special Force" unter der Führung von Captain L. H. McNelly.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Texas-Ranger dem Amt für öffentliche Sicherheit unterstellt. Durch Korruption und Erfolglosigkeit bei der Verbrechensbekämpfung verloren sie jedoch immer mehr an Achtung. Im Jahre 1935 wurden die Texas-Ranger reorganisiert. Sie übernahmen nun Aufgaben als Autobahnpolizei (Texas Highway Police) und in sechs Kompanien erfüllten sie Spezialaufgaben bei der Bekämpfung von Kapitalverbrechen.
 
Die Richter
 
Die meisten Richter in der Zeit des Wilden Westens waren alles andere als studierte Juristen. Viele kannten nicht einmal die Buchstaben des Gesetzes und fällten Urteile nach "dem gesunden Menschenverstand". Die Prozesse wurde an so genannten Gerichtstagen abgehalten, an denen der Richter erst aus der Ferne anreisen musste. Dabei wurden sie oft mit Verachtung und Respektlosigkeit empfangen. Die Bevölkerung war oft der Ansicht, dass keine Richter gebraucht werden, und das man das Gesetzt selber in die Hand nehmen könne. Da es häufig keine Gerichtssäle gab, wurden die Verhandlungen in Saloons und Tanzhallen abgehalten. Ein Alkoholverbot gab es oft während der Verhandlung nicht, sodass so manches Urteil lallend verkündet wurde. Auf welche Art und Weise ein Richter zu einem Ergebnis kam, und ob es den juristischen Regeln entsprach, interessierte niemanden. Wichtig war nur, dass ein nach dem Rechtsempfinden gerechtes Urteil ausgesprochen wurde.

[zurück]


Die Revolvermänner

Als Revolvermänner bezeichnete man die Personen, die fast ihr ganzes Leben immer wieder in Duelle verwickelt wurden, daraus immer als Sieger hervorgingen, und dadurch eine gewisse Berühmtheit erlangten. Diese Revolvermänner, die man auch Revolverkämpfer nannte, übten entweder den Beruf des Polizisten aus, wie z. B. Wild Bill Hickok oder  Bad Masterson, oder sie standen auf der anderen Seite des Gesetzes und waren Banditen oder Outlaws wie z. B. John Wesley Hardin oder Billy the Kid. Andere wiederum waren Gerechtigkeitsfanatiker wie Clay Allison, oder schlicht und einfach Killer wie Bill Longley oder Ben Thompson. Jeden Tag mussten die Revolvermänner damit rechnen getötet zu werden. Sie waren berühmt, und es gab immer wieder Gegner, die erpicht darauf waren, diese "Berühmtheit" zu besiegen. Es kam öfter vor, dass diese Gegner es dann mit der Fairness nicht so genau nahmen. Aus diesem Grunde gab es eine wichtige Überlebensregel der Revolvermänner: Sitze niemals mit dem Rücken zur Tür! Diese Überlebensregel hatte z. B. John Wesley Hardin für einen kurzen Moment missachtet. So wurde er am 19. August 1895 in einem Saloon von Old John Selman hinterrücks erschossen. Viele zeitgenössische Berichte sprechen davon, dass die Revolvermänner schnell ziehen und treffsicher schießen konnten. Das stimmt zwar, aber "schnelles ziehen und treffsicheres schießen" sind relative Begriffe. Duelle, bei denen sich die Gegner im Abstand von 20 bis 30 Meter gegenüberstanden, mit tief sitzenden Colts, und wo im Bruchteil einer Sekunde entschieden wurde, wer als Sieger hervorging, gab es zu der Zeit nicht.
Die meisten bekannten Revolvermänner hatten noch Perkussions-Revolver. Hierbei musste jede einzelne Kammer in der Trommel mit Schwarzpulver aus der Pulverflasche gefüllt werden, dann wurden diese Kammern mit einem Verdämpfungspfropfen und mit Bleikugeln geladen. Schließlich wurden die Zündpistons mit Zündhütchen versehen. Es gab allerdings auch Papierpatronen, in denen Kugel, Pulver und Pfropfen vereint waren. Dennoch war das Nachladen ein umständliches Unterfangen. Anfangs waren die Waffen noch relativ empfindlich gegen Feuchtigkeit. Aus diesem Grunde gab es auch keine tiefhängenden Holster, bei denen Griff, Abzugsbügel und Hahn des Revolvers frei zugänglich waren. Diese sind erst lange nach der Jahrhundertwende eingeführt worden. Vielmehr trugen die Revolvermänner ihre Waffen hoch an der Hüfte im Hosenbund oder im Schulterholster.
Es gab zwar schon qualitativ gute Revolver wie z. B. von Samuel Colt, Remington und Smith & Wesson. Diese waren aber sehr teuer und nicht jeder konnte sich diese Waffen leisten. Berühmte Revolvermänner wie John Wesley Hardin oder Wild Bill Hickok besaßen solche Revolver. Dennoch lag der Grund ihrer erfolgreichen Duelle einfach darin, dass sie diese in sehr kurzer Distanz von 5 bis 10 Meter geführt und niemals gegen gleichwertige Gegner gekämpft haben.
Bei vielen anderen Revolvern ließ die Qualität aber zu wünschen übrig. Sie waren aus minderwertigen Stahl hergestellt und sehr ungenau konstruiert. Der Spalt zwischen Trommel und Lauf betrug oft mindestens einen halben Millimeter. Dadurch ging der Gasdruck und damit auch die Energie schon an der Seite des Revolvers verloren. Das wirkte sich wiederum auf die Flugbahn und Reichweite der Kugeln aus. Konstruktionstoleranzen, Schwarzpulver- und Bleirückstände im Lauf, Rost und Feuchtigkeit führten zu haarsträubenden Fehlschüssen.
 

[zurück]


Die Frauen im Wilden Westen

Im Wilden Westen dominierte die rauhe Männerwelt. Frauen waren ehe selten anzutreffen. So schätzt man, dass in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Kalifornien der Frauenanteil bei nicht einmal 10 Prozent lag.  Aus diesem Grunde waren sie auch so begehrt, dass selbst die Unscheinbarste unter die Haube kam. Oft suchten sich die Männer ihre Frauen per Heiratsannonce, um ihr dann eine Fahrkarte zu schicken, in der Hoffnung, dass sie dann auch wirklich Anreisen würde. Wenn eine Frau anwesend war, verwandelten sich die härtesten Raufbolde in zuvorkommende Gentlemans. Viele Männer waren Cowboys, die über mehrere Monate keine Frau zu Gesicht bekamen. Wenn sie in den Rinderstädten dann doch einige antrafen, dann behandelten sie diese mit Respekt und mit schon fast übertriebener Höflichkeit. Die Männer des Westens waren die perfekten Kavaliere, und wer sich gegenüber Frauen nicht benahm oder diese sogar belästigte, dessen Stunden waren gezählt. Obwohl es an Frauen mangelte, gab es einige mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten, die ihren Platz in der Geschichte des Wilden Westens erobert haben. Dazu gehörten z. B. die Pioniersfrauen, die ein hartes und entbehrungsreiches Leben führten.
Dann gab es die brave Bürgersfrau, die jeden Sonntag in die Kirche ging und bei der sich die Männer besonders respektvoll verhielten. Andere, mit einen weniger guten Ruf, waren die Mädchen, die sich mit Cowboys und Goldsuchern abgaben. Sie arbeiteten häufig in Saloons und verdienten sich ihren Unterhalt als Sängerinnen, Tänzerinnen und Prostituierte. Wieder andere, die man im Allgemeinen als Flintenweiber bezeichnet, zogen mit Banditen durch den Westen und waren sogar selber an Raubzügen beteiligt.
Die Frauen der Indianer
Die Bezeichnung "Squaw" für die Frau bei den nordamerikanischen Indianern wurde von den weißen Einwanderern geprägt. Der Ursprung dieses Wortes stammt von einem Stamm der Algonkin, der sich Narragansett nannte.  Diese bezeichneten ihre Frauen als "Eskwaw". Die amerikanischen Ureinwohner selber, benutzten das Wort "Squaw" nie. Es erhielt mit der Zeit sogar eine negative Bedeutung, und wurde für eine Frau zum Schimpfwort. Die Rolle der Frau bei den meisten Indianerstämmen war so, wie man sie heute kaum akzeptieren würde. Sie wurde zwar geachtet, galt aber als Eigentum der Männer, denen sie sich fügen musste. War der Ehemann unterwegs, musste sie dem Vater oder dem älteren Bruder gehorchen. Ihr Hauptaufgabe in der Gesellschaft der Indianer war die Rolle als Hausfrau und Mutter. Essen bereiten, Brot backen, Feuerholz und Wurzeln suchen, sowie Büffelhäute gerben und Büffelfleisch in mundgerechte Portionen zerteilen, gehörten zu den relativ einfachen Aufgaben, die sie zu bewältigen hatten. Sie musste aber auch Schwerstarbeit verrichten. Dazu gehörte beispielsweise das Bestellen der Felder bei sengender Hitze, und das Einholen der Ernte für ihre ganze Familie. Eine weitere Aufgabe der Frau lag darin, die Tipis aufzustellen und auch wieder abzubauen.
Als Mutter sorgte sie liebevoll für ihre Kinder. Gleichzeitig war sie aber auch deren Lehrerin. Sie unterrichtete ihre Kinder in der Sprache, klärte sie über die religiösen Sitten des Stammes auf, und erzog sie zu abgehärtete Menschen, damit sie sich in der Wildnis behaupten konnten. Die Indianerfrau entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Künstlerin. Das Flechten von Körben, Töpfern und insbesondere das Weben von Tüchern und Decken beherrschte sie mit einer vollkommenen Perfektion. Sie fertigte aus Felle und Leder Kleidungsstücke, und verzierte sie mit kunstvollen Stickereien.
Die Männer beteiligten sich nie an der Hausarbeit. Sie waren nur für die Jagd und den Krieg zuständig, was für die Frauen so gut wie nie in Frage kam. Allerdings bewiesen die Frauen bei vielen Stämmen einen zweifelhaften Einfallsreichtum, wenn es darum ging, Gefangene zu martern und schließlich zu töten.
Die "Untertan-Rolle" der Frau war bei fast allen Stämmen im Wilden Westen wiederzufinden. Es gab aber auch Ausnahmen. Der einzige nordamerikanische Indianerstamm, bei dem die Männer Feldarbeit leisteten, war der Stamm der Pueblo. Und bei den Irokesen hatte die Frau sogar eine höhere Stellung. So kontrollierte sie die Wahl des Häuptlings, und konnte diesen auch wieder absetzten, wenn er seine Leistung nicht erbrachte. Außerdem waren Behausung - bei den Irokesen waren es die so genannten Langhäuser - und Felder Eigentum der Frau. Im Gegensatz zu den vielen berühmten Häuptlingen, gab es bei den Indianerfrauen nur wenige Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit bekannt wurden. Eine Ausnahme war Sacajawea, die bei der Lewis- und Clark-Expedition vieles für das Gelingen beitrug. So war es ihr zu verdanken, dass das erste Treffen zwischen den Expeditionsmitgliedern und den Shoshonen friedliche verlief.
 

[zurück]


Die Waffen im Wilden Westen

Kein anderes technisches Gerät hat den Wilden Westen so geprägt wie die Feuerwaffe. Sie gehörte bei den Mountain Men, den Siedlern und den Cowboys zum Alltag, wie ein ganz normales Werkzeug. Eine Abscheu vor Waffen, wie es in Europa der Fall war, wo in der Regel nur die Regierung eines Landes die Macht über das Waffenarsenal hatte, kannten die Menschen im Wilden Westen nicht. Jeder hatte und hat auch heute noch das Recht, eine Waffe zu tragen bzw. zu besitzen. Im Wilden Westen war die Waffe ein unentbehrliches Instrument für die Nahrungsbeschaffung und der Verteidigung gegen Banditen und Räuber. Ein Revolver oder ein Gewehr wurde als Werkzeug angesehen, so wie eine Axt oder ein Hammer. Erst als die Zeit der Revolvermänner aufkam, änderte sich der Bild der Feuerwaffen. Durch die Verbesserung der Technik war eine wesentlich höhere Schussgenauigkeit möglich. Viele Männer wurden dank ihrer Waffen berühmt, weil sie damit in mehr oder weniger fairen Duellen andere Männer getötet haben. Nun war die Waffen ein Symbol für Heldentum und Bewunderung.
Die bekanntesten Waffen, die man auch aus vielen Hollywoodfilmen kennt, waren der Colt Revolver und das Repetiergewehr, Marke Winchester. Dennoch gab es auch eine ganze Reihe von älteren Waffensystemen, die zumindest vom Namen her bekannte sind. So war beispielsweise die Pennsylvania- bzw. die Kentucky Rifle eine berühmte Steinschlosswaffe. Auch die Hawken Rifle, die zu den Perkussionswaffen zählt, war eine berühmte Waffe. Die Sharp-Rifle, die Henry-Rifle, dass Spencer-Gewehr und der Deringer, sind ebenfalls bekannte Namen aus dieser Zeit.
 

[zurück]


Der Amerikanische Bürgerkrieg

Schon seit dem Bestehen der Vereinigten Staaten gab es immer wieder Streitigkeiten zwischen den Nord- und den Südstaaten. Hauptauslöser war die unterschiedliche Auffassung zur Frage der Sklavenhaltung. Während die Sklavenhalter in den Südstaaten die Ansicht vertraten, die Sklaverei sei die Grundlage von Wohlstand, Wirtschaftswachstum und Frieden, und durch das Recht auf Besitz legitimiert, vertraten die Nordstaatler die Meinung, dass Sklavenhaltung nicht mit den Gründungsidealen der Republik vereinbar sei.
Das Wirtschaftswachstum der USA war ungebremst, insbesondere durch die hohe Zuwachsrate der Bevölkerung und der damit verbundene Zunahme des Lebensraums. Das Bruttosozialprodukt stieg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts um das siebenfache an. Nicht zuletzt durch den regen Export von Baumwolle und von landwirtschaftliche Güter in den Norden bzw. nach Übersee, wobei die Baumwolle nur durch Sklaven geerntet werden konnte. So war das hohe Wirtschaftswachstum in der Anfangszeit dem Süden mit seiner Sklavenhaltung zu verdanken. Später jedoch, änderte sich das Bild. Mit dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn und der Einführung des Telegraphen, war der Weg frei, für die Modernisierung des Wirtschaftssystems. Aus der Produktion für den Eigenbedarf wurde eine Produktion für den Massenverkauf. Fabriken wurden errichtet und Güter wurden zum größten Teil mit Hilfe von Maschinen produziert. Diese Entwicklung zeichnete sich aber zum größten Teil in den Nordstaaten der USA ab, während der Süden noch lange Zeit vom Export seiner landwirtschaftlichen Güter abhängig war.
Diese Abhängigkeit schwächte die politische Macht des Südens gegenüber den Nordstaaten und erhöhte die politischen Spannungen zwischen beiden Parteien, insbesondere, nachdem der Norden damit begann, landwirtschaftliche Produkte aus Asien zu importieren, wodurch die Preise immer mehr fielen.
Den Südstaaten war es insbesondere wichtig, das Gleichgewicht zwischen Sklavenstaaten und freien Staaten zu wahren, und damit auch das politische Gleichgewicht. Schon im Jahre 1820 gab es eine Trennlinie - die so genannte Mason-Dixon-Linie - bei der die Sklaverei nur südlich davon erlaubt war. Ausgenommen war zu diesem Zeitpunkt der Staat Missouri, der sich nördlich dieser Linie befand. Man bezeichnete diesen Kompromiss daher auch als Missouri-Kompromiss. Bei jedem Beitritt eines Staates zur Union, gab es dann Streitigkeiten über die Sklavenfrage, wobei einzelne Südstaaten häufig mit einer Ablösung von der Union drohten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
So ging es z. B. im Jahre 1848 um die Frage, ob Kalifornien, New Mexiko und Utah zu sklavenfreie Unionsstaaten werden sollten oder nicht. Zusätzliche sklavenfreie Unionsstaaten hätten dem Norden wiederum zusätzliche politische Macht verschafft. Nachdem der zu dieser Zeit amtierende Präsident Taylor - der aus dem Süden kam - erklärte, dass kein Bürger des Nordens eine Ausdehnung der Sklaverei zu befürchten hätte, war die Union ernsthaft in Gefahr. Daraufhin wurde nach langem hin und her ein Kompromiss verabschiedet, der u. a. die Sklavenhaltung in Kalifornien verbot, während sie in New Mexiko und Utah je nach dem, wie die Verfassungen der Staaten zum Zeitpunkt der Aufnahme es zuließen, erlaubt sein konnte oder nicht.
Besonders Kritisch wurde die Situation, als im Jahre 1854 der damalige Präsident Franklin Pierce einen Gesetzentwurf billigte, nach dem die Staaten Nebraska und Kansas als Sklavenstaaten in die Union aufgenommen werden sollten (Kansas-Nebraska-Act). Dieser Entwurf wiedersprach völlig dem Missouri-Kompromiss, da sich beide Staaten nördlich der Mason-Dixon-Linie befanden. Zu einer Verabschiedung dieses Gesetzes kam es letztendlich zwar nicht, dennoch löste dieser Skandal in Kansas einige bewaffnete Auseinandersetzungen aus, die durchaus zum Bürgerkrieg hätten führen können.
Auch durch den Widerstand der Nordstaaten gegen das Sklavenfluchtgesetz - das bereits im Jahre 1793 als Bundesgesetz verabschiedet, und 1850 erneuert wurde - wurde immer wieder der Ruf zur Sezession - wie die Ablösung von der Union genannt wurde - laut. Dieses Gesetz berechtigte Sklavenhaltern, entflohene Sklaven wieder einzufangen, auch dann, wenn sich diese in sklavenfreie Staaten aufhielten. Da in vielen Fällen die Falschen gefangen und verschleppt wurden, verabschiedeten einige Nordstaaten eigene Freiheitsgesetze, nach denen den Schwarzen mehr Rechte eingeräumt wurden, und Sklavenfängern durchaus wegen Kidnapping unter Strafe gestellt werden konnten. So gab es in vielen Fällen Auseinandersetzungen zwischen Widerstandgruppen, die nach den eigenen Freiheitsgesetzen handelten und Sklavenfängern, die sich nach den Bundesgesetzen richteten.
Am 16. Oktober 1859 überfiel ein gewisser John Brown - ein fanatischer Sklavengegner - mit 21 Mann ein US-Waffenlager bei Harpers Ferry (Virginia),  um mit den erbeuteten Waffen einen Sklavenaufstand zu entfachen. Dieser Überfall konnte jedoch von den Bürgern der Stadt rechtzeitig vereitelt werden. Ca. 36 Stunden später wurde John Brown von der Miliz aus Virginia und Maryland unter der Führung von Oberst Robert E. Lee und Leutnant James E.B. Stuart dingfest gemacht. Am 2.12.1859 wurde Brown in Charlestown West-Virginia gehenkt. Der Überfall war von Brown miserabel vorbereitet. Er hatte keinen Plan, wie es nach der Einnahme des Waffenlagers weiter gehen sollte, er erkundete vor dem Überfall keine Fluchtwege, sorgte nicht für Proviant und begnügte sich mit 21 Männern, obwohl er vorher wesentlich mehr vorsah. Zehn von seinen Männern - darunter zwei seiner Söhne - starben bei dem Überfall, vier wurden wie Brown gehängt.
Während dieser Überfall im Süden eine Welle der Empörung auslöste und zeitweise auch die Angst vor weiteren Sklavenaufständen schürte, wurde John Brown im Norden als Märtyrer gefeiert. Dadurch verschärften sich die Spannungen zwischen den Nord- und den Südstaaten. Viele Sklavenhalter waren nun bereit, ihren Besitz mit Waffen zu verteidigen. Gelder wurden zum Ankauf von Waffen gesammelt und es bildeten sich militärische Verbände.
In diesem von Hass, Furcht und Feindseligkeit erfüllten Klima, ging es dann im Jahre 1860 zur Präsidentschaftswahl,  aus der Abraham Lincoln dann schließlich als neuer amerikanischer Präsident hervorging. Lincoln war ein Sklavengegner. Er berief sich auf die Unabhängigkeitserklärung, aus der hervorging, dass alle Menschen gleich geschaffen seien, und das die Sklaverei in den riesigen Nordwest-Territorium verboten sei. Moralisch Gerechtfertigt konnte die Sklaverei nach Lincolns Meinung nicht sein. Allerdings schützte die Verfassung die Staaten, in dem die Sklaverei bereits existierte, und das wollte Lincoln auch nicht ändern. Eine Ausweitung der Sklaverei aber, wie man es 1854 in Kansas und Nebraska vorhatte, verabscheute Lincoln. Für die Südstaaten war Lincolns Wahl zum Präsidenten der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.
Am 20. Dezember 1860 verabschiedete daraufhin ein Konvent in South Carolina einen Erlas, nach dem sich South Carolina von den übrigen Staaten der Union löste. Die Verabschiedung des Erlasses war mit 169 gegen 0 Stimmen eindeutig. Nun hofften die Politiker in South Carolina, dass andere Staaten nachziehen würden, und die ließen dann tatsächlich nicht lange auf sich warten. So folgte Mississippi am 9. Januar 1961, Florida am 10. Januar, Alabama am 11. Januar, Georgia am 19. Januar, Louisiana am 26. Januar und Texas am 1. Februar.
Sieben Tage später wurde aus den sieben Staaten eine neue Regierung gegründet, und einen Tag später wurde der Präsident dieser Regierung gewählt.  Sein Name war Jefferson Davies. Während Davies sich nun daran machte, die Grenzen der neuen Nation zu erweitern, wollte Lincoln eine Ausdehnung mit allen Mitteln verhindern. So bemühte er sich bei seinen Reden, die er noch vor seinem Amtsantritt führte, nichts Falsches zu sagen, um nicht auch noch die Staaten des oberen Südens zu verlieren. Kaum hatten sich die Staaten des unteren Südens von der Union gelöst, beschlagnahmten sie eine ganze Reihe von Besitzungen, die sich innerhalb ihrer Grenzen befanden. So wurden Forts, Arsenale und Münzämter ohne Gewalt eingenommen. Drei Fords allerdings standen noch unter der Kontrolle der Union. Es waren Ford Monroe in Virginia, Ford Pickens in Florida und Fort Sumter, das sich im Hafen von Charleston in South Carolina befand.
In Fort Sumter befanden sich nur wenige Unions-Soldaten. Dennoch wurden sie von den Südstaatler nicht mehr geduldet. Nachdem Verhandlungen in Washington um die Räumung des Fords abgebrochen wurden, viel am 12. April 1861 um 4.30 Uhr der erste Schuss, der den Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges besiegelte.
 

[zurück]


Persönlichkeiten

Martha Jane Canary
genannt: CALAMITY JANE (um 1848 - 1903)
Viele Geschichten kursierten über Jane, aber gesichert ist,
daß sie WILD BILL HICKOK liebte und in Deadwood, Dakota, neben ihm begraben liegt.
Sie konnte hervorragend schießen, kleidete sich oft als Mann
und fuhr Waggonmannschaften für die Union Pacific Railroad.
 
Pat F. Garret
(1850 - 1908)
War Büffeljäger und Cowboy, bevor er Sheriff von Lincoln Country wurde und BILLY THE KID tötete.
Später ließ er sich als Rancher nieder und wurde in einer Fehde erschossen.
 
Charles Goodnight
(1836 - 1929)
Einer der großen Viehbarone.
Nach erfolgreichen Viehtrecks mit Oliver Loving, der von Indianern getötet wurde,
tat er sich mit dem Rancher John Adair zusammen.
Um 1888 war seine Ranch  5 MILLIONEN DOLLAR wert.
 
Susan Shelby Magoffin
(1827 - 1855)
Die erste weiße Frau, die auf dem Santa-Fe Trail nach Westen zog.
Sie schrieb ein Tagebuch, das 1926 veröffentlicht wurde.
JAMES W. MARSHALL (1810 - 1885)
Zimmermann, der am American-River arbeitete und dessen Entdeckung
von Goldkörnchen 1849 den kalifornischen Goldrausch auslöste.
William Barglay (Bat) Masterson
(1853 - 1921)
Eisenbahner, Büffeljäger, Salooneigner und Spieler,
der als Mann des Gesetzes berühmt wurde.
1877 wurde er zum Sheriff von Fort Country gewählt
und wurde später Marshal von Dodge City.
 
Mary Gilbert (Lola) Montez
(1818 - 1861)
Die aus Irland stammende Lola war eine Tänzerin von betörender Schönheit,
die für die Unterhaltung der Goldgräber in der kalifornischen Goldregion sorgte.
 
Annie Oakley
(1860 - 1926)
Wurde in Buffalo Bills Wild-West-Show als eine der besten Scharfschützinnen ihrer Generation bekannt.
Sie schoss besser als ihr Mann Frank Butler, der ebenfalls ein berühmter Scharfschütze war.
 
Isaac Parker
(1838 - 1896)
Ein Richter in Arizona, dessen Behandlung von Gesetzlosen ihm den Spitznamen,
"Der hängende Richter" einbrachte. Er baute sogar einen Galgen,
an dem mehrere Verurteilte gleichzeitig aufgehängt werden konnten.
 
William Matthew Tilghman
(1854 - 1924)
Der als Büffeljäger und Scharfschütze bekannte Tilghman machte sich als erster Marshal in Dodge City einen Namen.
Später ging er nach Oklahoma und brachte als einer der drei großen Oklahoma-Marshals
( mit CHRIS MADSON und HECK THOMAS ) die Doolin- und die Dalton-Bande zur Strecke.
Er gehörte zu den geachtetsten und berühmtesten Polizisten im Westen.
 
Henry McCarty auch William Harrison Bonney, Henry Antrim oder auch Kid Antrim
bekannt als: Billy the Kid
(1859 - 1881)
Litt unter der Familiensituation in Saloons und ebtwickelte dort ein großes Spielertalent. 21 wurde ihm zur Last gelegt, von denen jedoch nur 4 überlirfert wurden. Er war die zentrale Person und das Opfer des Lincoln County Rinderkriegs. Bis zum heutigen Tag umgeben den Tod von Billy the Kid zahlreiche Legenden...
 
William Frederick Cody
bekannt als: Buffalo Bill
(1846 - 1917)
Berühmter Büffeljäger. Als junger Mann nahm er am Goldrausch in Colorado teil. Später arbeitete er beim Pony-Express und anschließend als Scout für die Union sowohl beim Amerikanischen Bürgerkrieg als auch bei Kriegen gegen die Indianerstämme der Kiowa und Comanche in Kansas. Von 1868 bis 1872 beschäftigte ihn die US-Armee als Scout.
 
Wyatt Berry Stapp Earp
(1848 - 1929)
einer der bekanntesten Revolverhelden des „Wilden Westens.“
Er versuchte sich als Farmer, Saloonbesitzer, Pferdedieb, Ordnungshüter und Eisenbahnarbeiter. Er Versuchte nacheinander in den Bundesstaaten Missouri, Iowa, Kalifornien, Kansas, New Mexico und Arizona Fuß zu fassen. In New Mexico freundete er sich mit ehemaligen Zahnarzt Doc Holliday an. Erst 1928, 80 Jahre alt, erzählte er dem Schriftsteller Stuart N. Lake von seinen Taten und erst durch dessen Buch wurde Wyatt Earp zur Berühmtheit. Ein Jahr später starb er in Los Angeles an einer chronischen Zystitis.
 
Morgan Earp
(1851 - 1882)
war ein Revolverheld des "Wilden Westens" und ein Bruder des berühmten Wyatt Earp. Tragische Berühmtheit erlangte er durch die Ereignisse in Tombstone, Arizona. Morgan arbeitete zunächst als shotgun rider für Wells Fargo und als vereidigter Deputy (Hilfssheriff) für seinen Bruder Virgil. Legendäres Duell am O. K. Corral am 26. Oktober 1881 zwischen den Clantons und Earps. Trotz widersprechender Zeugenaussagen ist anzunehmen, dass Morgan zusammen mit Doc Holliday die Schießerei am O.K. Corral auslöste. Gegen die Earps und Doc Holliday wurde Anklage wegen Mordes erhoben, von der sie aber freigesprochen wurden. Am 18. März 1882 wurde Morgan, während er in Campbell & Hatch's Saloon Billard spielte, erschossen.
 
John Henry Holliday
bekannt als: Doc Holliday
(1851 - 1887)
zahnarzt und einer der berühmtesten Revolverhelden des Wilden Westens. Er wurde mit einer Gaumenspalte und einer Hasenscharte geboren. Zwei Ärzte aus seiner Familie behoben diese Missbildung, worauf er ungehindert sprechen konnte. Er besuchte das Valdosta Institute und wurde in Rhetorik, Grammatik, Mathematik, Geschichte ausgebildet und in Sprachen wie Latein, Französisch und Griechisch. 1870 wechselte er an die Dental School in Philadelphia, wo er am 1. März 1872 den Doktortitel erhielt. Erkrankte mit 21 Jahren an Tuberkulose. Wyatt Earp über Doc Holliday 1886 in einem Interview: "Doc war ein Zahnarzt, den die Notwendigkeit zu einem Spieler gemacht hatte, ein Gentleman, den die Krankheit zu einem Vagabunden des [westlichen] Grenzlandes gemacht hatte; ein Philosoph, den das Leben zu einem bissigen Humoristen gemacht hatte; ein hochgewachsener dünner aschblonder Kerl, fast tot durch die Tuberkulose, und zugleich ein äußerst geschickter Spieler und der kühnste, schnellste, tödlichste Mann mit einer Waffe den ich jemals kannte."
 
Jesse Woodson James
(1847 - 1882)
War ein US-amerikanischer Bandit und das bekannteste Mitglied der James-Younger Bande. James wurde einen Monat nach Kriegsende von einem Unionskavalleristen angeschossen und schwer verletzt. Er wurde in dieser Zeit von seiner Cousine Zerelda “Zee“ Mimms gesundgepflegt und in der Folgezeit waren sie ein Paar. Am 3. April 1882, während der Vorbereitungen für einen weiteren Raubüberfall stieg Jesse James in seinem Haus auf einen Stuhl, um ein Bild zu entstauben. Seinen Revolver hatte er abgelegt, da er fürchtete, wenn er ihn bei Arbeiten am Haus ständig tragen würde, könnten Passanten misstrauisch werden. Diese Gelegenheit nutzten die Ford-Brüder aus und zogen ihre Revolver. Ein Schuss von Bob Ford, der Jesse direkt hinter dem Ohr traf, war sofort tödlich.
 

[zurück]


[Willkommen] [Über uns] [Der Wilde Westen] [Berichte] [Galerie] [Videos] [Freunde] [Gästebuch] [Termine] [Links] [Kontakt]